Amatsu Tatara

Die fünf Lernstufen der traditionellen japanischen Medizin

Im Amatsu Tatara bzw. im Hichibuku Goshinjutsu durchläuft man fünf Ebenen der Entwicklung des Ryoho - der Medizin.

Shoden

Shoden bedeutet in etwa "der erste Schritt" oder Laie. Dazu braucht man mindestens Hachikyu Bujinkan Budo Taijutsu und das Beherrschen von Taihenjutsu, Sanshin no Kata, Kihon Happo, Mutodori, Shizen Sabaki. Hier gleicht man den eigenen Körper aus.

Shoden ist der Einstieg in das Können und Wissen des Amatsu Tatara. Gelernt und geübt wird technisch, um dadurch ein Gefühl für die Amatsu Medizin zu entwickeln. Der Übende muß ein bestimmtes Taijutsu-Niveau (Technik der Körperbewegung), Kenntnisse von Knochen und Muskeln (wichtiger als die Benennung sind dabei die Kenntnis der Form und Funktion), die Plazierung und Funktion der Kontrollpunkte Kyusho, grundlegende diagnostische Techniken und Verständnis von Gogyo erreichen. Dafür üben die betreffenden Personen an sich selbst, so daß sie in der Lage sind, sich selbst auszugleichen.

Wenn man in der Lage ist, sich selbst auszubalancieren, kann man die technischen Bewegungen verlassen und das darin inneliegende Gefühl einüben. Dies macht man dann in der nächsten Stufe - Chuden.

Chuden

Chuden bedeutet Ausübender und ist mindestens 5.Kyu Bujinkan Budo Taijutsu. Hier praktiziert man auch an Verwandten. Dieses Niveau ist der zweite Schritt im Verlauf des Lernens, wo die Betreffenden ein natürliches Gefühl weit über die bloßen Techniken hinaus entwickeln.

Im Chuden-Niveau wird Anma und Seitai geübt. japanisch Anma (chinesisch TuiNa) bedeutet "drücken und ziehen". Es gibt in Japan verschiedene Anma Schulrichtungen, wobei hier die Schule von Dr. Masaaki Hatsumi geübt wird. Seitai bedeutet "den menschlichen Körper korrigieren" und kann mit einem modernen Physiotherapeuten verglichen werden, allerdings unter Verwendung anderer Methoden. Der Seitai-Praktizierende muß fortgeschrittene Kenntnisse von Taijutsu (Körperbeherrschung) und darüber hinaus das Wissen und die Fertigkeiten des Shoden-Niveaus verbessern.

Okuden

Okuden bedeutet fortgeschrittener Ausübender, d.h. man hat auch wenigstens 1.Dan in Bujinkan Budo Taijutsu. Ab Okuden übt man nicht nur an sich selbst, sondern auch an Patienten. In Deutschland geht das z.B. als Heilpraktiker.

Dieser dritte Schritt ist die Behandlung anderer. Diese Ebene entspricht Sekkotsui, was sinngemäß übersetzt "Knochendoktor" (auch "Osteopath" oder "Chiropraktiker") bedeutet. Man könnte das mit einem modernen Orthopäden vergleichen, nur daß nach den Prinzipien des Amatsu Tatara gearbeitet wird. Diese Prinzipien beinhalten das Gefühl und das Gleichgewicht von Ki, Emotion und Ernährung mittels verschiedener Techniken.

Menkyo

Menkyo bedeutet Approbation, die Erlaubnis tätig zu sein, sofern man sich im gesetzlich erlaubten Rahmen z.B. in Deutschland als Heilpraktiker bewegt.

Ein Menkyo verfügt über vertieftes Wissen und Fertigkeiten in allen Aspekten des Amatsu Tatara inklusive Kampfkunst, Medizin und Philosophie. Außerdem hat er in verschiedenen Wissens- und Tätigkeitsgebieten geforscht.

Kaiden

Kaiden entspricht in etwa dem Arzt und ist im wesentlichen die völlige Meisterschaft von Amatsu Tatara. Jetzt ist der Mensch befugt, eine eigene Schule zu führen. Diese Lehrbefähigung beinhaltet die Einführung in diverse Themen, die u.a. Kuji (Kanalisierung der Energie) und die Entwicklung des Geistes beinhalten.

Die ersten drei Personen, denen Kaiden von Hatsumi Sensei 1995 verliehen wurde, sind Chris Roworth, Dennis Bartram und William Doolan. Außerdem hat später auch Peter King Kaiden erhalten.


Letzte Änderung: 1.4.2015

Eike Kujaw (Heilpraktiker Darmstadt)

Impressum

Bitte beachten Sie auch meine Datenschutzerklärung.